Stillstand heißt Rückschritt

Seit Anfang d. Jahres finden Sie hier statt den bisherigen "starren" News, nunmehr "Peter´s Kolumne" wo unser Vorsitzender auf lockere, ansprechende und in fundierter Weise, seine persönlichen Eindrücke, Erfahrungen publiziert sowie die selektierten Artikel und Newsletter kommentiert.

In seine neue Position als Autor, hat er sich zwischenzeitlich sehr gut eingearbeitet und man kann bereits schon heute sagen, dass die Umstellung die richtige Entscheidung war, was nicht nur an den gestiegenen Besucher- zahlen abzulesen ist. Daher weiter so Peter und Ihnen viel Spass beim Lesen.


Samstag, 14. Januar 2012
25. Heidelberger Suchtkongress vom 18.06 - 20. 06.2012, eine Jubiläumsveranstaltung besonderer Art

Liebe Freunde und Mitstreiter in der Suchtkrankenhilfe!

Vom 18.06. - 20.06. 2012 findet der 25. Heidelberger Suchtkongress statt, eine Jubiläumsveranstaltung.
Es werden einige hundert Fachleute aus dem Suchtbereich erwartet. Dazu kommen auch, wie gewohnt, einige Experten aus dem Ausland.
Ich werde zum 18. Mal in jährlicher Folge daran teilnehmen.

Hier eine kleine Einführung zum Kongressthema.
Die Jubiläumsveranstaltung steht unter dem Motto „Meilensteine der Suchtbehandlung – 25 Jahre Heidelberger Kongress“. Bereits seit einem Vierteljahrhundert bietet der Heidelberger Kongress des Fachverbandes Sucht e.V. einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Suchtbehandlung. In der Rückschau anlässlich eines Jubiläums (25 Jahre Kongresse des Fachverbands Sucht) liegt es in der Natur der Sache, Errungenschaften und Bewährtes zu reflektieren. Nicht nur die Rahmenbedingungen haben sich – aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen oder anderer Notwendigkeiten in diesen 25 Jahren geändert. Auch die fachlichen Entwicklungen in Behandlungsangeboten und Versorgungsstrukturen lassen die heutige, moderne stationäre Rehabilitation bei Abhängigkeitsstörungen deutlich anders aussehen als vor einem Vierteljahrhundert.

Viele der bisherigen Kongressthemen, wie z.B. Abhängigkeit:
„Zwischen biochemischem Programm und steuerbarem Verhalten (1991), Ambulante und stationäre Suchttherapie – Möglichkeiten und Grenzen (1992), Therapieziele im Wandel (1993), Sucht und Erwerbsfähigkeit (1995), Indikationsstellung und Therapieplanung bei Suchterkrankungen (1999), Rehabilitation Suchtkranker – mehr als Psychotherapie! (2000), Qualität ist, wenn … - Qualitätsentwicklung in der Suchtbehandlung (2002), Integrierte Versorgung – Chancen und Risiken für die Suchtrehabilitation (2005), Lebensalter, Suchtformen und Behandlungspraxis (2008), Was bleibt? Nachhaltigkeit in der Suchtbehandlung (2011)“ haben nichts an ihrer Aktualität verloren und zur Weiterentwicklung der Suchtbehandlung beigetragen.
Der diesjährige Kongress bietet zum einen Anlass, innezuhalten und sich auf wesentliche Aspekte der Behandlung und bedeutsame Veränderungen zu besinnen. Zum anderen wird er sich aber auch mit aktuellen und perspektivischen Erfordernissen und Entwicklungen befassen.
Im Einzelnen werden in Form von Plenumsvorträgen, Foren, Workshops und Postern verschiedene Themen behandelt.
Ich habe mich bei den Foren:
„Meilensteine auf dem Weg zu einer differenzierten Suchtbehandlung mit Prof. Dr. Funke“ und dem Thema „Meilensteine in der Behandlung Drogenabhängiger mit Prof. Dr. Körkel“ eingeschrieben und werde, wie immer, nach dem Kongress an dieser Stelle berichten.
So hoffe ich wieder auf eine interessante Veranstaltung mit guten Begegnungen. Bis dahin liebe Grüße
Euer Peter Heck

Donnerstag, 5. Januar 2012
Trauer um unser verstorbenes Gründungsmitglied Dieter Braun

Liebe Leser meiner Kolumne!

Die Nachricht vom plötzlichen Tod unseres Freundes und Vereins-Gründungs-Mitgliedes Dieter Braun am 26. Dez. 2011 macht uns alle sehr betroffen und wir können es nur schwer begreifen.
Unser ganzes Mitgefühl gilt seiner Frau Edith, den Kindern und Enkeln.


Dieter Braun machte 1994 wegen seiner Suchterkrankung eine
6 monatige Entzugs-Therapie in einer Fach-Klinik in Bayern.
Ich lernte Dieter 1995 im Juli beim Besuch einer Selbsthilfegruppe in Güglingen kennen, wo er seine neu erworbene Abstinenz stabilisierte.
Wir hatten sofort einen guten Draht zueinander und merkten, dass es passen würde, zusammen etwas für die Suchtprobleme anderer Menschen zu tun, da auch uns auf diesem Weg geholfen wurde. Zu diesem Zeitpunkt war ich nach meiner Therapie schon 8 Jahre trocken.

Am 18. September 1995 gründeten Dieter und ich so die Selbsthilfegruppe „Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe Schwaigern“, eine Gemeinschaft für Menschen mit Alkohol- und Medikamentenproblemen. Bis dahin war die Region Schwaigern noch ein weißer Fleck, was die Suchtkrankenhilfe anging.
Gleich am ersten Gruppenabend waren 16 Hilfe suchende Menschen zu uns gekommen, ein Zeichen für den großen Bedarf.
Wir hatten hier eine Lücke geschlossen.
Dieter war mein Stellvertreter. Nach einigen Monaten gab er diese Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen ab.
Weiterhin aber besuchten Dieter und seine Frau Edith regelmäßig die Gruppenabende, die im alten Gemeindehaus in Massenbach stattfanden.
Um noch effektiver in der Öffentlichkeit agieren zu können, wurde aus dem „Freundeskreis Schwaigern“ die heutige „Suchtkrankenhilfe Schwaigern e.V., ein Verein, dessen Arbeit mittlerweile auch von Suchtexperten sehr geschätzt wird.
Das Erlernte in der Gruppe und seine Überzeugung, ohne Alkohol zufrieden weiter leben zu wollen, gab Dieter all die Jahre auch an neue Gruppen-mitglieder weiter.
Eine sehr große Unterstützung erfuhr er in erster Linie durch seine Frau Edith, die auch bei den Angehörigen-Seminaren ihre Erfahrung an andere weiter gab. Ihre Solidarität und auch die, der Kinder, halfen Dieter in seiner Abstinenz und verdienen allergrößten Respekt.

Lieber Dieter!
Dein Weg führt nun weiter auf einer anderen Strasse.
Wir sind dankbar und froh, dass wir eine Zeitlang Wegbegleiter Deines Lebens sein durften. Wir haben in Dir einen sehr guten Freund verloren.

Liebe Edith!
Dir und deiner Familie wünschen die Freunde der Suchtkrankenhilfe Schwaigern viel Kraft und Ausdauer für die Zukunft. Wir werden immer tief mit euch verbunden bleiben.

Die Beerdigung fand am 29.12. 2012 auf dem Friedhof in Schwaigern-Stetten statt.



Mittwoch, 7. Dezember 2011
Alkohol im Festtagsbraten, für Alkoholiker ein heißes Eisen!

Liebe Freunde und Interessierte der Suchtkrankenhilfe!

Hier für die Festtage noch eine äußerst wichtige Information.Wir alle aus der „trockenen Alkoholiker- Szene“ sowie auch andere Suchtkranke, machen sich oft Gedanken über Alkohol in Lebensmitteln und nun zu den Festtagen über Alkohol im Festtags-Menü verstärkt mit der Frage:
wie viel Alkohol verdunstet eigentlich beim Zubereiten der Speisen?
Normal sollte es für uns generell heißen: Hände weg von Essen, das mit Alkohol in Berührung kam oder damit gekocht ist, aber jeder entscheidet selbst, was er seinem Körper und damit seiner Gesundheit zumutet.
Ich bekam bei meinen umfangreichen Recherchen, auch bei der SFA, der schweizerischen Fachstelle für Alkohol, eine Antwort auf meine Fragen nach dem Alkohol- Verdunstungs-Prozess in unseren Nahrungsmitteln beim Kochen.
Hier habe ich für Euch ein paar Beispiele zusammengetragen, mit denen jeder etwas anfangen kann:
„Huhn mit Weißwein, flambierte Bananen, Birnen in Rotwein. Gerichte mit Alkohol gibt es zuhauf. Doch beim Kochen, Dünsten und Flambieren löst sich der Alkohol nicht einfach in Luft auf. Kinder mögen den Geschmack des Alkohols nicht und sollten sich auch nicht daran gewöhnen. Hier rate ich, die Rezepte für Speisen, die Alkohol enthalten, gut anzusehen.
Die bevorstehende Festtagszeit hält allerlei Gaumenfreuden bereit. Doch eignen sich der Rindsbraten in Rotweinsauce oder das mit Weinbrand flambierte Pfeffersteak für die ganze Familie? Sind ein Apfel-Calvados-Sorbet oder die mit Orangenlikör flambierten Bananen zumutbar und löst sich der Alkohol beim Kochen und Flambieren in Luft auf? Diese Fragen stellen sich verantwortungsvolle Eltern, die ihre Kinder vor vollprozentigen Leckereien schützen wollen. Ähnliche Sorgen hegen Alkoholabhängige, die nicht mehr mit Alkohol in Berührung kommen wollen.
Wer sich und andere vor versteckten Volumenprozenten schützen will, schaut sich die Rezepte gut an. Kirschtorte schmeckt nach Kirsch. Entscheidend ist hier nicht die Menge, sondern der Geschmack des Alkohols, der eine Speise prägt.
Dazu möchte ich sagen: "Entscheidend dabei ist das Wissen, dass die Speise mit Alkohol zubereitet oder „verbessert“ worden ist. Der Rückfall passiert meist im Kopf, wenn die Distanz zum Alkohol zu gering wird, wie gerade beim Kochen mit Alkohol". Kinder mögen ihn nicht und sollten sich nicht daran gewöhnen. Bei Alkoholabhängigen soll die Lust nach Alkohol nicht geweckt werden".
Erstaunlich hoher Restalkoholgehalt
Dass eine mit Wein oder einer Spirituose zubereitete Speise nach Alkohol schmeckt, kommt nicht von ungefähr. Beim Kochen und Flambieren verbrennt nicht der gesamte Alkohol.
Der Feuerzauber beim Flambieren beeindruckt Groß und Klein. Auf der abgefackelten Banane oder dem Pudding liegt noch viel Sprit, ungeachtet der verwendeten Spirituose. Gut 80 Prozent des Alkohols bleiben nach zwei Minuten Feuerzauber erhalten. Der exakte Alkoholschwund hängt von der Temperatur beim Flambieren, der Brenndauer und der Flüssigkeitsoberfläche ab.
Mit weniger Volumenprozenten kommt der Rotweinbraten aus. Schmort das Fleisch in der Sauce während Stunden im Ofen, schwindet der Alkohol unter zehn Prozent des ursprünglichen Gehalts.

Ausschlaggebend sind die Zubereitungsart, die Kochzeit und das Kochgefäss.
Ein Restgehalt an Alkohol bleibt auf alle Fälle erhalten. Wird ein Gericht mit Alkohol vermischt und nur zehn Minuten gekocht, dann verbleiben bis zu 60 Prozent des Alkohols.
Da der Siedepunkt des Alkohols bei gut 78ºC wesentlich früher erreicht ist als beim Wasser (100ºC), meinen viele, der gesamte Alkohol löse sich in Luft auf.
In der Realität lassen sich das Wasser und der Alkohol in der Mischung nur langsam trennen. Der Siedepunkt der Bratensauce liegt also irgendwo zwischen 78 und 100ºC.

Ihr seht also, liebe Freunde, deutlicher kann man einen Alkoholkranken nicht vor dem Alkohol im Essen warnen. Die Angehörigen der alkoholkranken Partner möchte ich hier dringend aufrufen, den Alkohol im Essen wegzulassen. denn hier besteht Rückfall-Gefahr.
Auch für Kinder total ungeeignet.
Coq au Vin (französisch: „Hahn und Wein“), sowie ein Grand Manier Parfait, (z.B. Pasteten und Terrinen), sind für gesunde Erwachsene ein unbedenklicher Festtagsschmaus. Kinder sind dafür kaum zu begeistern. Alternativen gibt es zuhauf: Statt in Rotwein eingelegt, eignet sich ein frittiertes Hühnchen; statt ein Parfait mit Grand Manier mögen die kleinen Schleckmäuler ein Erdbeer-Joghurt-Parfait oder schlicht eine Apfelcreme.“ Also Augen auf beim Essen mit Alkohol.
Schöne Feiertage wünsch Euch Euer Peter Heck


Mittwoch, 16. November 2011
Fachtagung der Landesstelle für Suchtfragen (LSS) und des Justizministeriums BaWü. Thema: "abhängig, krank und kriminell"

Liebe Leser meiner Kolumne!

Die Landesstelle für Suchtfragen, in Zusammenarbeit mit dem Justizministerium Baden Württemberg, lädt ein zur Fachtagung: „abhängig, krank und kriminell“ am 23. Nov.2011 in Stuttgart.
Diese Fachtagung richtet sich an Vertreter aus der Sozialpolitik und Justizpolitik des Landes, an die Akteure der Suchthilfe und der Suchtrehabilitation.
Suchtmittelmissbrauch ist ein Verhaltensmuster, das nicht nur die eigene Gesundheit beeinträchtigt, sondern auch sehr eng mit Straffälligkeit verbunden ist. Insbesondere im Bereich des Konsums illegaler Drogen ist die strafrechtliche Ahndung vieler Formen des Umgangs mit diesen Substanzen Bestandteil einer umfassenden Drogenpolitik.

Die Suchtkrankenhilfe Schwaigern betreut schon seit 18 Jahren suchtkranke Gefangene.
Dabei steht Sucht- und Drogenmissbrauch an erster Stelle. Die Gefangenen werden in den Gesprächen darauf vorbereitet, nach der Entlassung ein Leben ohne Zuhilfenahme von Suchtmittel-Substanzen weiterzuführen, gegebenenfalls unterstützt durch Therapien sowie durch Besuche in Selbsthilfegruppen und/oder Beratungsstellen.
Ich bin gespannt auf neue Erkenntnisse und Begegnungen.
Liebe Grüße, Euer Peter Heck

Samstag, 13. August 2011
Der verhinderte Sauf-Wettbewerb im Kraichgau in Baden Württemberg

Liebe Leser meiner Kolumne!

„Die Vorgänge um den abgesagten „Bierathlon“ des Tischtennisclubs von Sinsheim-Hilsbach sind peinlich.

Bei einer Sportveranstaltung mit Jugendlichen Alkohol als Sieg-Prämie auszugeben, ist riskant und äußerst verwerflich. Man bewegt sich darüber hinaus auf dünnem Eis zum Verstoß gegen das Jugendschutz-Gesetz. Was hat das noch mit sportlichem Geist zu tun? Dass der Verein zunächst davon sprach, es gehe nur im Gaudi, kann ich nicht nachvollziehen. Der Begriff Super-Gau wäre wohl angemessener. Schließlich ging es um nichts anderes als ein kollektives Besäufnis, bei dem auch Jugendliche mit Alkohol in Kontakt gekommen wären. Ich hätte auch erwartet, dass die Brauerei da vorab genauer prüft, worauf sie sich einlässt. Keiner derr beiden Partner hat dabei das Wort "Jugendschutz" in den Mund genommen. Mittlerweile hat sich die Brauerei "Palmbräu" aus Eppingen distanziert. Eine solche Aktion, bei der die Trinkerei im Vordergrund stehen sollte, ist kein Einzelfall.
Als Mitarbeiter und Mitglied im "Bündnis Jugendschutz" liegt uns die Gesundheit der Jugendlichen besonders am Herzen. Dieser Fall lehrt uns, dass wir in Zukunft noch sensibler sein müssen. Wir werden deshalb bei einem Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz nicht zögern, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und Anzeige erstatten.“

Zum besseren Verständnis:
„Bei dem oben geschilderten Fall ging es darum, dass der Tischtennisclub Sinsheim Hilsbach zum „1. Kraichgauer Bierathlon“ aufrief. Dabei sollten Zweier-Teams 90 Minuten laufen und dabei einen Kasten Palmbräu Bier trinken.
Das Ganze war eine Idee der Jugendabteilung des Tischtennisclubs, wirklich unglaublich".
Die Erklärung der Jugend-Abteilung im Nachhinein nach dem Rückzieher der Brauerei: "so etwas passiert und nicht mehr" wollen wir alle hoffen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Brauerei aber schon die Bierfässer als Siegprämie an den Verein geschickt. Ich finde das Ganze pervers.
Inzwischen habe ich diesen Vorfall auch schon an den großen Suchtexperten, Herr Prof. Dr. Joachim Körkel von der ev. Hochschule Nürnberg, sowie an die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen DHS in 59065 HAMM weitergeleitet. Auf die Reaktion des dortigen Vorstandes, Herr Dr. Gaßmann freuen wir uns ebenso.
Liebe Grüße, Euer Peter Heck

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